Am Standort Duisburg, dem wichtigen Knotenpunkt des Kombinierten Verkehrs entlang des Rheins bietet die Köppen GmbH die spezifische Infrastruktur zum Betrieb von Tankcontainern. Mit logistischen Dienstleistungen verbindet Köppen die Produktionsanlagen der chemischen Industrie an Rhein und Ruhr mit den Containerterminals in der Region und den Seehäfen.
Das Unternehmen hat kürzlich zwei neue Container-Chemiechassis vom Typ SDS 380 in Empfang genommen. Die leichten und robusten Fahrgestelle bieten Aufnahmen für 20-Fuß-Container und zugleich eine Besonderheit: Die Fahrzeuge sind ab Werk mit präzisen Wägezellen ausgestattet. „Wir haben einen Kunden, für den wir Fließverbesserer für Pipelineprodukte transportieren. Diese Spezialchemie ist sehr teuer und verbrauchssteuerpflichtig, daher müssen die belieferten Kunden exakt die Menge wissen, die abgeladen wurde“, erklärt Transportbetriebsleiter Marco Thalhäuser den Grund für die Wiegeeinrichtung. Zuvor hatte das Unternehmen zehn Jahre lang ein altes, umgebautes Chassis genutzt, doch mit der gestiegenen Nachfrage musste etwas Neues her. „Wir haben auf einer Messe mit Helmut Fliegl besprochen, was sich machen lässt, und dann haben wir die beiden Chassis bestellt“, sagt Thalhäuser.
Zur Ausstattung der SDS 380 gehört eine Edelstahl-Auffangwanne mit Absperrhahn und Ablaufrohr, dazu zwei 5.900 Millimeter lange abschließbare Schlauchablagen für Schlauchrohre. Die Erdungslasche ist natürlich ebenso an Bord, um die ADR-Abnahme nach FL/AT zu gewährleisten.
Die BPW-Scheibenbremsachsen sind ab Werk per Laser vermessen und exakt auf ±1 Millimeter eingestellt, das reduziert den Reifenverschleiß und senkt den Kraftstoffverbrauch durch geringeren Rollwiderstand. Die 1. Achse ist als automatische Liftachse ausgeführt inklusive Zwangsabsenkung und Anfahrhilfe: bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h kann die Achse angehoben werden, wenn sie bis zu 30 Prozent der Last trägt – das sorgt für mehr Druck auf die Sattelplatte und erhöht so den
Grip auf rutschigem Untergrund. „Wir haben auch die zweite Achse als Liftachse bestellt, weil wir oft in Triest laden und meist nur eine Strecke beladen fahren. Für die Leerfahrt können wir zwei Achsen anheben und so die Reifen schonen“, sagt Transportbetriebsleiter Thalhäuser.
Dank leicht verlängertem Achsabstand (1.410/1.310 Millimeter) darf das zulässige Gesamtgewicht 44 Tonnen betragen, damit eignet sich der Trailer für den Kombinierten Verkehr. Das geringe Leergewicht von 3.291 Kilogramm wird unter anderem erreicht durch die leichten Alufelgen, die Nutzlast beträgt 34.709 Kilogramm. Damit das zulässige Gesamtgewicht nicht versehentlich überschritten wird, ist zusätzlich zu den eingebauten Wägezellen eine Achslasterkennung samt Display im Fahrerhaus an Bord, die Daten vom EBS-Canbus-Signal erhält.
Das umfangreiche LED-Paket besteht aus Mehrkammer-Rückleuchten, Seitenmarkierungs- sowie Positions- und Spurhalteleuchten; die seitliche LED-Beleuchtung ist mit den Blinkern gekoppelt. Wegen der gestiegenen Nachfrage nach der Spezialchemie, und weil es es nur sehr wenige ähnliche Fahrzeuge gibt, werden die Trailer bei Köppen wohl lange im Einsatz sein. Kein Problem, denn Fliegl gibt 10 Jahre Gewährleistung gegen Durchrostung des Chassis.
Das Wichtigste auf einen Blick
Dreiachs-Container-Sattelauflieger vom Typ SDS 380
- Nutzlast: 34.709 Kilogramm
- Leergewicht Basisversion ca.: 3.291 Kilogramm
- 1. Achse als Liftachse ausgeführt, mit Anfahrhilfe und Zwangsabsenkung; 2. Achse Liftachse
- ADR-Abnahme nach FL/AT
- Schlauchablagen, Edelstahl-Auffangwanne mit Ablaufrohr und Absperrhahn, Erdungslasche
- Wägezelle der Genauigkeitsklasse 3
- Umfangreiches LED-Licht-Paket
- Reifendruckkontrollsystem nach ECE R 141