Fliegl bringt Qualitätsprodukte für den Bau und Speditions- und Güterverkehr auf die Straße. Seit mehr als 30 Jahren entwickelt und baut das Unternehmen Nutzfahrzeuge nach Gesichtspunkten der Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität. Mit einer lückenlosen Produktpalette ist Fliegl erfolgreich auf dem gesamten europäischen Markt vertreten. 

Fliegl produziert Großserien ebenso wie spezielle Transportlösungen nach individuellen Kundenvorgaben. Als einer der wenigen Hersteller mit solch einer Produktvielfalt ist Fliegl in der Lage, sowohl Standard- als auch Spezialfahrzeuge schnell und zuverlässig zu liefern. Wie es dazu kam, erfahren Sie hier:

Kenner von Unternehmensstrukturen werden Ihnen das gern bestätigen: Familienunternehmen zeichnen sich durch besondere Stabilität im Markt aus. Vielleicht liegt es daran, dass eben nicht "zu viele Köche den Brei verderben" können. Kurze Entscheidungswege, die mit voller Überzeugung, größtmöglichem Elan und selbstverantworteter Risikobereitschaft gegangen werden, sind die Garanten dafür, dass wir Ihnen auch noch in vielen Jahren als fester Partner zur Seite stehen. Die Geschichte von Fliegl-Trailer beginnt in der turbulenten Zeit nach der Wiedervereinigung Deutschlands.

1991: In Triptis regeneriert ein Landwirtschaftliches Instandsetzungswerk Achsen und Lenkungen. Josef Fliegl, Unternehmer aus Bayern, der erfolgreich Agraranhänger baut, und sein Sohn Helmut setzen auf die strategisch günstige Lage Thüringens. Von der Treuhand übernehmen sie das LIW, doch die Geschäfte gestalten sich schwierig: Die Eigentumsverhältnisse in der Landwirtschaft sind oft unklar, teilweise halten sich Funktionäre, die den freien Handel blockieren, das Werk Triptis schreibt rote Zahlen. Im September muss Josef Fliegl handeln - er schickt seinen Sohn nach Thüringen. Für den erst 22-jährigen und seine Freundin Margit (19), die ihn begleitet, bedeutet dieser Schritt den Abschied von der bayerischen Heimat, aber sie nehmen die Herausforderung an.

Helmut Fliegl stößt in Triptis auf unterschiedliche Reaktionen: „Plötzlich stand da ein Jungspund aus dem Westen, der sagt, wo es langgeht, und mit eisernem Besen kehrt.“ In den ersten Monaten fallen 100 Stellen weg, die Anforderungen an die Mitarbeiter steigen, aber Fliegl Junior packt auch selbst mit an.

Die Herausforderung: Neue Ziele mit Strukturen

Der 15. Juli 1991 war der größte Meilenstein. Das Landwirtschaftliche Instandsetzungswerk wurde von der Treuhand übernommen und die Fliegl Fahrzeugbau GmbH gegeründet. Das Verlassen der bayerischen Heimat war für Helmut und Margit Fliegl bis heute einer der schwierigsten, aber auch wichtigsten Schritte.

Die weiteren Schritte in der Nutzfahrzeugherstellung gestalteten sich als nicht weniger schwierig. Fliegl - als Neuling in der Branche - wurde auch als ein Solcher behandelt. Versuche, Komponenten bei namhaften Herstellern zu beziehen, scheiterten. Über Händler und die Fliegl Agrartechnik konnten schließlich entsprechende Zuliefererteile bezogen und Anhänger gebaut werden. Der erste Anhänger, der den Triptiser Hof verließ, war ein weißer Tandem-Tiefbett-Anhänger.

Schon 1992 gelang der Durchbruch: Mit der Konstruktion des ersten geraden Tiefladeranhängers, der Baumaschinen, Paletten oder Container laden kann. Die erste Innovation war geboren, wir waren zum ersten Mal die Ersten. Erst wurde Fliegl vom Wettbewerb belächelt, doch schon kurz darauf kopiert. Von nun an ging es Schlag auf Schlag. Viele weitere Innovationen folgten. So auch der Kombianhänger für Entsorger beispielsweise - bis heute ein Fliegl Original. Mitte der 90er Jahre verschwanden große Wettbewerber plötzlich vom Markt. Und in Triptis? Hier bei uns wurde weiter gebaut und entwickelt. Erste Pritschensattel und Containerchassis wurden gefertigt und gehören fortan zum Produktsortiment.

Der Ruf nach Vergrößerung

Mit der Standhaftigkeit und Bodenhaftung eines Familienunternehmens und fortlaufend optimierten Produkten hat sich Fliegl an der Branchenspitze etabliert. Mit den Eigenkonstruktionen kam die Erfahrung. Mit der Erfahrung das Selbstvertrauen. Fliegl spürt Akzeptanz am Markt und wird bis heute ernst genommen. Fliegl hat es unter die Top 10 Nutzfahrzeughersteller geschafft - die Stückzahlen gehen nach oben.

2005 wurden die Weichen weiter Richtung Zukunft gestellt. Mit der Eröffnung des Werk II, direkt an der Autobahn A9, baute Fliegl seine Kapazitäten in der Großserienfertigung erheblich aus. Seitdem laufen in einem der modernsten Trailerwerke Europas täglich Pritschen- und Gardinensattel, Containerchassis, Schubbodenfahrzeuge und Sattelkipper in Serie vom Band. Mit dem Bau des neuen Werkes, erhielt auch das Thema Nachhaltigkeit Einzug in Helmut Fliegls Handeln. Durch den Einsatz von Photovoltaikanlagen und BHKW produzierte Fliegl wir plötzlich selber Strom und davon gleich 3x so viel wie selber verbraucht wird. Seit Jahren speist Fliegl Strom in das öffentliche Netz ein.

2008 war das Krisenjahr in der Nutzfahrzeugbranche. Doch entgegen einbrechender Absatz- und Umsatzzahlen profitiert Fliegl im Nachhinein. Durch den Wegfall vieler Wettbewerber positionierte sich Fliegl uns mehr und mehr am Markt und bekamen größere Marktanteile. Obwohl der Markteinbruch natürlich auch das junge Thüringer Unternehmen sehr hart traf.

In dieser Zeit präsentierte Fliegl beispielsweise das erste Vario Kipp Chassis mit Containerverschiebung, den sechsfach ladungssicherungszertifizierten Baustahlmattensattel und den COMPACT Coni light, einen Zweiachs-Sattelkipper.

Qualitativ auf einem Level, das Branchenspitze ist

Aus der Krise geht Fliegl gestärkt hervor. Seine Nachhaltigkeitsstrategie wird immer präsenter. Stetige Entwicklungen, eine Vielzahl von Innovationen und der grüne Fuß- und Reifenabdruck (dank einer durchgehend positiven CO2-Bilanz) hat Fliegl zu dem gemacht was es heute ist: Gefestigt am Markt und aus der Branche nicht mehr weg zu denken. Ein erfolgreich wachsender und expandierender Nutzfahrzeughersteller, deutschland- und europaweit. Und dennoch geerdet und bodenständig. Eben ein Familienunternehmen mit Tatendrang, Erfindergeist und unternehmerischen Mut.

Europaweit aktiv

2014 machte Fliegl den nächsten Schritt in Richtung Modernisierung und gründete die Fliegl Metallfertigung, Fliegl MF. Damit wurde in Triptis der Grundstein für die Roboterisierung inhouse gelegt. Damit arbeitet Fliegl bewusst gegen die Trends des Outsourcings und der Verlagerung der Produktion ins Ausland. Durch den Einsatz modernster Technik werden seit 2014 mehr als 2500 verschiedene Metallteile. Die Inhouse-Fertigung ermöglicht selbst filigrane Anpassungen zugunsten der Produkt- und Verarbeitungsqualität.

Um sich nicht nur technisch zu entwickeln, sondern auch in Europa zu vergrößern, nutze Helmut Fliegl die Chance, den österreichischen Fahrzeugbauer Hangler zu übernehmen. Das Traditionsunternehmen Hangler mit Sitz im oberösterreichischen Pramet (Ried im Innkreis) wurde 1930 als Wagnerei gegründet und hat sich eine Spitzenposition unter den Nutzfahrzeugherstellern Österreichs erarbeitet. Als neues Mitglied der Fliegl Unternehmensgruppe tritt Hangler als eigenständige Marke und auch als Premiummarke unter der Dachmarke Fliegl auf. Die Anhänger und Auflieger made in Austria werden weiterhin in Pramet produziert. 

2018 hat Fliegl die bosnische strolit. d.o.o. übernommen, die mittels modernster Schweißtechniken einige Rahmen für Anhänger und Auflieger fertigt und mit der Fliegl Konstruktion Hand in Hand arbeitet. Die Weichen für weiteres, aber gesundes Wachstum in ganz Europa sind also gestellt.

30 Jahre Fliegl Trailer - 30 Jahre Innovationen - und dann?

1991 gegründet und seit 30 Jahren fester Bestandteil der europäischen Nutzfahrzeugbranche - Das ist die Bilanz, die Helmut Fliegl mit Stolz ziehen kann. Eine Vielzahl von Innovationen, die sich bis zum heutigen Weltstandard entwickelt haben, kommen aus dem thüringischen Hause Fliegl. Fliegl gehört zu Europas Top 5 der Nutzfahrzeugbauer und hat sich als feste Größe etabliert. Das was nun? 

Wie soll die Zukunft aussehen? Hierfür hat Helmut Fliegl ganz konkrete Vorstellungen: "Mehr als 300 Millionen Umsatz sollten jährlich zu stemmen sein, ohne unsere Kapazitäten zu erweitern. Es geht mir nicht um Wachstum um jeden Preis, wir wollen wachsen - aber mit Substanz, um unseren hohen Qualitätsstandard zu sichern. Ein weiteres Ziel ist die komplette finanzielle Unabhängigkeit, die bereits in Reichweite liegt. Natürlich wollen wir auch weiterhin ein zuverlässiger Arbeitgeber für anspruchsvolles Personal in der Region bleiben - für Menschen, die für sich und ihre Familien etwas aufbauen wollen. Und ich denke, dass auch meine Kinder diese Ziele verfolgen und irgendwann die Firma übernehmen."