Die Schüller Möbelwerk GmbH aus dem bayrischen Herrieden schickt viermal pro Woche Wechselbrückenzüge auf den Weg ins rund 500 Kilometer entfernte Venlo in den Niederlanden. Zwei Fahrer wechseln sich ab und legen so pro Tag knapp 1000 Kilometer zurück, fast 190.000 Kilometer im Jahr. Bei diesen enormen Strecken kommt es auf maximale Effizienz an. „Wir arbeiten im Werkverkehr ausschließlich mit Wechselbrücken und sind vor zwei Jahren bei Fliegl gelandet, weil wir mit einem Lang-Lkw drei Wechselbrücken pro Fahrt transportieren können“, sagt Fuhrparkleiter Tobias Rummel. Der Lang-Lkw besteht aus dem Motorwagenaufbau, dem CLG-Dolly und einem Dreiachs-Sattelauflieger vom Typ SDS 380 Mega X-tra long.
Möbel und Küchen sind vergleichsweise leichte Güter, bei deren Transport es hauptsächlich auf das Volumen ankommt. Je mehr Möbelstücke pro Tour transportiert werden können, desto weniger Fahrten sind nötig: Drei statt zwei 7,45-Meter-Wechselbrücken bedeuten 50 Prozent mehr Effizienz und 30 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch pro Wechselbrücke. Für Schüller bedeutet der Einsatz zudem 90 Fahrten weniger pro Jahr – das ist gut für die Bilanz und die Umwelt.
Das Containersattel-Fahrgestell bietet 8 Containerverriegelungen auf stabilen Auslegern, die zwei 20-Fuß-Container/Wechselbehälter aufnehmen. Sechs paar Führungsrollen erleichtern das Unterfahren; der Anschlag ist vorne steckbar und mittig klappbar. Bei einem Leergewicht von nur 4.312 Kilogramm bietet der Swap-Train-Auflieger eine zulässige Nutzlast von 29.888 Kilogramm, genug auch für schwere Wechselbrücken abseits des Möbeltransports. Dank leicht versetztem Achsabstand (1.310/1.410 Millimeter) darf das Zuggesamtgewicht im Kombinierten Verkehr bis zu 44 Tonnen betragen. Damit das zulässige Gesamtgewicht nicht versehentlich überschritten wird, ist eine Achslasterkennung samt Display im Fahrerhaus an Bord, die Daten vom EBS-Canbus-Signal erhält. Wie jede Achse, die das Werk in Triptis verlässt, sind auch die drei SAF-Scheibenbremsachsen perfekt per Laser vermessen und eingestellt. Das reduziert den Rollwiderstand und sorgt für einen geringeren Verbrauch und Reifenverschleiß.
Sehen und gesehen werden sind mit einem Lang-Lkw besonders wichtig. Fliegl verbaut daher am Heck zwei zusätzliche LED-Arbeitsscheinwerfer; ein Rückfahrkamerasystem mit Farbmonitor sorgt für Sicherheit beim Rangieren. Vorne und mittig zwischen den Trägern sind zwei weitere LED-Scheinwerfer montiert, um das Aufbrücken bei Dunkelheit zu erleichtern. Die Heckleuchten sind als LED ausgeführt, ebenso die mit den Blinkern gekoppelten Seitenleuchten. Dass technisch an dem Fahrzeug alles reibungslos funktioniert liegt bei Schüller in der Verantwortung des Leiter der firmeneigenen KFZ Instandhaltung Jörg Busch.
Lang-Lkw dürfen in Deutschland nur auf bestimmten Strecken fahren, doch das ist kein Problem, sagt Tobias Rummel: „Auf der Autobahn ist das meist kein Thema, und in den Niederlanden kann der Lang-Lkw über 70% des Straßennetzes befahren. Daher passt das perfekt für unseren Linienverkehr nach Venlo.“ Rund 1 Million Kilometer sollen die Wechselbrückenzüge für Schüller zurücklegen, bevor sie erneuert werden. Bei den Langstreckentouren also nach etwa fünfeinhalb Jahren. Danach geht das zweite Leben weiter, dank zehn Jahren Gewährleistung gegen Durchrostung des lackierten Rahmens.
Kraftstoffsparen ist nicht erst seit den extrem hohen Dieselpreisen der letzten Wochen angesagt, ohnehin entfällt ein signifikanter Teil der TCO auf die Kraftstoffkosten. „Es gibt durchaus Überlegungen, einen weiteren Lang-Lkw in den Fuhrpark aufzunehmen“, berichtet Tobias Rummel. Dies wäre eine gute Entscheidung, denn 30 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch pro Wechselbrücke bietet nur Fliegl.
INNOVATING FOR YOU: Nachhaltige Produktion, nachhaltige Fahrzeuge
Bereits bei der Herstellung von Anhängern und Aufliegern für Bau, Spedition und Logistik achtet Fliegl auf Nachhaltigkeit. So wird an einem zentralen Standort konstruiert, produziert und montiert; CO2 verursachende Zwischenwerksverkehre über weite Distanzen entfallen. Für sein modernes Trailerwerk in Thüringen weist Fliegl eine positive Energiebilanz aus - die Stromproduktion liegt über dem eigenen Verbrauch. Fliegl betreibt zwei Blockheizkraftwerke und hat großflächige Photovoltaikanlagen installiert; geheizt wird mit Hackschnitzeln und Abfallholz.
Die Lackierung der Fahrzeuge erfolgt in einer hocheffizienten, ressourcenschonenden Anlage, energieintensive Einbrennvorgänge sind nicht nötig. Um den Energieverbrauch weiter zu drosseln, hat Fliegl in Puls-Schweißmaschinen und in Fiber Laseranlagen investiert und die Hallenbeleuchtung komplett auf LED umgestellt. Das neue Hochregallager speist aufgewandte Energie wieder in den Kreislauf ein. Beim Einkauf von Fahrzeugkomponenten achtet Fliegl auf die Abnahme von Full Truck Loads, so dass Anlieferungen immer unter optimaler Auslastung erfolgen.
Fliegls Fahrzeugkonzepten liegt eine nachhaltige Produktphilosophie zugrunde. Leichtbau besitzt einen hohen Stellenwert, so dass Fliegl beim Trailergewicht Spitzenwerte erzielt - zugunsten von Nutzlast und CO2 Ausstoß. Das Fliegl Quick Lock System generiert ein Aerodynamik-Plus bei Gardinenaufliegern. Es kommt ohne hervorstehende Verschlussschnallen aus, sodass eine völlig ebene Planenfläche entsteht. Sattelkipper von Fliegl werden serienmäßig mit aerodynamischer konischer Mulde gebaut und mit Curved Chassis, das über einen runden, extrem flachen Rahmenhals verfügt - der Kipper ragt nicht über die Zugmaschine hinaus. Windabweiser und die innovative Membran Rückwand reduzieren ebenfalls den Luftwiderstand. Nur Fliegl stellt die Spur aller Trailer individuell und exakt per Laser ein - für weniger Rollwiderstand und geringeren Reifenverschleiß. Fliegls zweiachsige Twin Gardinensattel senken den Kraftstoffverbrauch und die Mautkosten im Vergleich mit Dreiachsern deutlich.
Ökologie und Nachhaltigkeit – Fliegl Trailer meint es ernst. Für seinen ganzheitlichen Ressourceneffizienzansatz wurde Fliegl Trailer mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2016 ausgezeichnet.